Andreas Oczko

Ressort Operations/Service & Support

Wir haben SAP gedrängt, das Preismodell – unter Beteiligung der DSAG – zu überarbeiten.

Erreicht in 2014

HANA-Preismodell auf Druck von DSAG nachgebessert

An dem von SAP im zweiten Quartal vorgestellten neuen Preismodell für SAP HANA konnten die Anwendergruppen nicht von Beginn an mitwirken. Das Ergebnis war dementsprechend: Das Preismodell war nicht praxistauglich. Die Metriken waren schwierig nachvollziehbar und die Bündelung verschiedener Produkte hätte zu explodierenden Listenpreisen und einer erhöhten Komplexität geführt. Kunden, Partner, Vertrieb und Back Office waren überfordert. Daher haben wir SAP gedrängt, das Preismodell – unter Beteiligung der DSAG – zu überarbeiten. Das haben wir auch geschafft. Die Arbeitsgruppe SAP Lizenzen (www.dsag.de/AG-Lizenzen) des Ressorts Operations/Service & Support hat zusammen mit SAP die Grundlagen des Preismodells verbessert und ein FAQ-Dokument erstellt, das dieses für viele transparenter und verständlicher macht. Damit hat die DSAG erneut Einfluss auf die Lizenzierung genommen und einen Vorteil für mittelständische Unternehmen erwirkt.


SAP Fiori im Rahmen der Standardwartung verfügbar

SAP ist auch einer zweiten DSAG-Forderung nachgekommen: SAP Fiori und SAP Screen Personas künftig im Rahmen bereits bestehender Lizenzen und damit ohne zusätzliche Gebühren für SAP-Kunden anzubieten. Beide werden fortan im Rahmen der Standardwartung ausgeliefert und nicht mehr extra lizenziert. Somit können Anwender ohne zusätzliche Lizenzkosten evaluieren, ob sich Fiori und Screen Personas für ihr Unternehmen eignen oder nicht. Kunden, die bereits für zusätzliche Lizenzen gezahlt hatten, erhielten ihre Investitionen zurück. Das ist ein toller Erfolg.

Die DSAG-Mitglieder sind größtenteils auf dem neuesten Stand mit ihren ERP-Systemen

Support-Umfrage liefert wichtige Erkenntnisse

Wir haben vergangenes Jahr CIOs, CCC-Leiter und Mitarbeiter in Support-Organisationen zum Themenbereich Wartung/Service & Support befragt. Zentrale Ergebnisse sind: Die Nutzung von Standard Support und Enterprise Support hält sich im deutschsprachigen Raum weiterhin die Waage. Beim Enterprise Support sehen immer noch 42 Prozent der Befragten einen geringen oder keinen Mehrwert. Zudem bedarf es noch mehr Aufklärungsarbeit. Die von SAP hierfür ins Leben gerufene Enterprise Support Academy ist vielversprechend, müsste allerdings noch mehr Aufmerksamkeit erhalten, sodass Kunden und Mitglieder entsprechend partizipieren können, hier sind bereits Sonderaktionen für die DSAG-Mitglieder vereinbart und erfolgt. Ein weiteres Ergebnis der Umfrage lautet: Die DSAG-Mitglieder sind größtenteils auf dem neuesten Stand mit ihren ERP-Systemen. Über die Hälfte nutzt die aktuellsten Versionen der Enhancement Packages.


Außergewöhnliches Vertrauen und große Sensibilität entstanden

Hervorzuheben ist die Zusammenarbeit zwischen den DSAG-Gremien und SAP im Rahmen des Arbeitskreises Solution Manager (www.dsag.de/AK-SolMan). Sie ist intensiv, durch gegenseitiges Vertrauen uns sensibilisiertes Zuhören geprägt und für beide Seiten förderlich. Ein Ausdruck dessen spiegelt sich in den Workshops wider. Hier kommt SAP sehr frühzeitig mit neuen Informationen auf uns zu und bittet uns um unser Feedback. Diese Form der Zusammenarbeit geht weit über die Customer Engagement Initiative (CEI) oder Competence Center (CC) hinaus. Unter dem Schirm der DSAG arbeiten Kunden und SAP hierbei konstruktiv zusammen, was sich auch an den mit 350 Teilnehmern ausverkauften Würzburger Thementagen zum SAP Solution Manager zeigt.

Teilstilllegungen: Gespräche wieder aufgenommen

Beim Verfahren der Teilstilllegungen hat SAP die Zusagen aus dem Jahr 2013 leider nicht komplett eingehalten. Die aktuellen Prozesse sind wenig akzeptabel, weil in der aktuell gültigen Form nicht praxistauglich. Sie verhindern Teilstilllegungen geradezu. Wir haben SAP dringlich um Nachbesserung ersucht. Das Feedback der DSAG-Mitglieder ließ kein anderes Vorgehen zu. So haben wir immerhin erreicht, dass die gescheiterten Gespräche zwischen Bestandskunden und SAP im Jahr 2014 wieder aufgenommen wurden.

Eine Obergrenze von 19 Prozent für den Standard Support durchsetzen

Ziele 2015

Price Cap für Standard Support

2015 werden wir die Extension Policy von SAP weiter kritisch hinterfragen. Unser Aufruf an SAP lautet, den Standard-Support weiterhin im Fokus zu behalten, da für dessen Leistungen ebenfalls ein nicht unerheblicher Wartungssatz bezahlt wird. Die angekündigten Preiserhöhungen sind aus unserer Sicht nicht akzeptabel, da der Unterschied zwischen Standard Support und Enterprise Support sehr gering ist. Unser Ziel für 2015 lautet daher: eine Obergrenze (price cap) von 19 Prozent für den Standard Support durchzusetzen. Die DSAG wird sich zudem dafür einsetzen, dass die nachhaltige Softwarepflege der Lösungen im Rahmen der Standardwartung, und damit u.a. die Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen für alle Releases in der Mainstream Maintenance, gewährleistet wird.

Anrechnung von Investitionen

Auch die Preismodelle wie das für SAP HANA bleiben ein Thema, das uns auch 2015 begleiten wird. Diese müssen aus unserer Sicht kundenfreundlich(er) werden, sodass diese ihrem Geschäft gemäß getroffener Lizenzvereinbarungen nachkommen können. Zum anderen müssen SAP-Preismodelle den Kunden erlauben, sich zukunftsorientiert aufzustellen, sprich: das Geschäft anhand von neuen Funktionen und unter Wahrung des Investitionsschutzes weiterentwickeln zu können. Das gilt vor allem auch für das Cloud Subscription Pricing: Dieses muss bereits getätigte Wartungsinvestition der Bestandskunden würdigen. Denn Wartung heißt nicht nur Softwarepflege und Softwarepflege nicht nur Support. Es bedeutet auch Weiterentwicklung der Software. Die Kunden haben schließlich 10, 20, bis zu 30 Jahre für Wartung bezahlt. Diese Investitionen müssen auf Cloud-Anwendungen angerechnet werden.


Keine zusätzlichen Lizenzkosten für S/4HANA

Außerdem sind wir als DSAG davon überzeugt, dass die Kunden ein Anrecht darauf haben, dass über die Datenbank hinaus keine weiteren Lizenzkosten für SAP S/4HANA entstehen dürfen. Aus unserer Sicht ist S/4HANA eine Bereinigung des Datenmodells, welches unserem Verständnis nach der Softwarepflege zuzuordnen und somit durch die Wartung abgedeckt ist. Wir werden die Entwicklung in diesem Bereich beobachten und sehen, ob das Produkt einen entsprechenden Mehrwert liefert.

Ein weiteres Augenmerk im Jahr 2015 wird auf den bestehenden SAP-Produkten liegen. Diese müssen im Rahmen der Wartungszusage von SAP bis 2025 signifikant weiterentwickelt werden und zumindest gleichberechtigt zu SAP S/4HANA behandelt werden.

„Der Wille, von allen Parteien Gespräche zum Erfolg zu führen, ist inzwischen bemerkenswert – gerade auch wenn’s manchmal unangenehm ist. Denn für Alle ist klar: Erfolgreiche Kunden bedeuten eine erfolgreiche SAP.“

Andreas Oczko, Vorstand Service & Support